Projekte bewegen …!

»Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt – sieh sie dir an.«
(Kurt Tucholsky)

I T A L I E N

A M A L F I - K Ü S T E

Sorrent, Positano, Amalfi. Hier werden alle Klischees bedient. Pastellfarbene Städtchen, die sich an das »Monti Latteri«-Gebirge schmiegen, enge Gassen, steile Treppen und sanfte Hügelketten um Ravello herum bieten liebliche und farbenfrohe Ein- und Ausblicke. Es duftet nach Zitronen, Feigen, Oliven, Pinien und der Golf von Salerno glänzt in überirdischen Azurtönen. Autofahrer sollten schon in der Vorsaison starke Nerven (Serpentinen) und ein ordentliches Budget für raren Parkraum (ab 3 €/h) mitbringen. Etwas Mut gehört dazu, wer sich auf der 50 km langen Küstenstraße SS 163 zu Fuß oder auf Zweirädern bewegt. Wer Muße  und Ursprünglichkeit zu fairen Preisen sucht, findet diese nur hoch oben auf einem Berg. Zum Beispiel im Dörfchen Furore, im ebenso charmant wie autark geführten Agriturismo Serafina.


Es lohnt sich überhaupt, die überfüllten Promenaden zu meiden und einfach mal andere Wege dieses herrlichen Landstrichs einzuschlagen. Nach einem stärkenden caffè und ein wenig dolce zum Frühstück in der Pasticceria Pansa auf der belebten Piazza Duomo führt nur wenige Gehminuten von der Flaniermeile Amalfis entfernt ein schmaler Pfad am Papiermuseum vorbei hoch ins »Valle dei Mulini« bzw. ins »Valle delle Ferriere« (Info) oder man steuert einfach ruhigere Orte wie Minori oder Cetara an. Bei Salvatore de Riso locken Torten oder regionale Süßspezialitäten wie »Babas« oder »Sfogliatelle alla Rosa«. Traumhafte Fischgerichte kredenzt das Al Convento oder, am hinteren Ende des Hafens in Amalfi, das Lo Smeraldino. Und sogar Positano geht stressfrei. Hoch oben auf dem Berg bewirten die sympathischen Brüder Barba tipico à la Cucina Positanese Mare e Monti im Il Ritrovo. Deliziös und himmlisch romantisch ...!

C O M E R  S E E

Könnte ich mir wünschen, wo in Italien ich gerne einen Dauerwohnsitz hätte, dann würde ich den Lago di Como wählen. Für mich ist's dort einfach pa-ra-die-sisch! Eine Agentur, mit der ich sehr gute Erfahrungen bezüglich der Anmietung von Rusticos gemacht habe, ist LA BREVA


Wer lieber das Rundum-sorglos-Paket schätzt, ist bestens in der Villa Flori aufgehoben

Sofern niemand auf Touristenmenüs reinfällt, isst und trinkt man rund um den See fantastisch. Beispielsweise oberhalb des Westufers mit garantiertem Traumblick in der Locanda Sant'Anna


G A R D A S E E

Die Villa del Sogno am Westufer des Lago di Garda besticht zum einen wegen der Lage und zum anderen wegen der im wahrsten Wortsinn traumhaften Ausstattung.


Allein der Name Villa Fiordaliso zergeht wie Chocolade auf der Zunge. Und das Essen erst … Hinfahren, und erst einmal nie wieder weg wollen!


Ebenfalls am Westufer liegt das hübsche Örtchen Saló. Seit Jahren auf gehobenem Niveau isst man dort in der Antica Trattoria alle Rose sehr vorzüglich Regionales. Reservieren!



G A R G A N O 

Wenn man wie ich zuvor an der quirligen Amalfi-Küste unterwegs war, kann der Kontrast kaum kontrastreicher sein. Auf der anderen Seite – im Osten Italiens – zieht der Gargano, das nördliche Vorgebirge Apuliens, einen mit dem Reiz schroffer Schönheit, klaren weitläufigen Linien und unaufdringlichen Menschen in den Bann. Die Farbpalette des Naturparks beschränkt sich auf alle erdenklichen Blau-, Weiß- und Grüntöne. Die Vegetation rund um den »Foresta Umbra« (Info) besteht aus Olivenhainen, Disteln, Ginster und Kräutern, deren Duft überall gegenwärtig ist. An der Küste bieten zahlreiche Grotten spektakuläre Ein- und Ausblicke sowie Buchten mit fantastischen Sandstränden. Damit bietet dieser Landstrich im sogenannten »Stiefelsporn« Entspannung pur. Touristen trifft man in der Vorsaison eher selten. Da kann es passieren, dass man auf den wunderbar kurvenreichen und gut ausgebauten Straßen zwischen Mattinata, Vieste und Peschici längere Zeit alleine unterwegs ist und eine Grottentour mit dem Boot im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser fällt, weil nur sieben statt 15 benötigte Passagiere anlanden. Das Schönste: Der Capitano nimmt’s erfrischend gelassen.



Überhaupt zeigt sich das Temperament der Einheimischen erst, wenn sie ab 17.00 Uhr noch schnell ihre Einkäufe erledigen und sich beispielsweise oben in Vico del Gargano in der Pizzicato Bar zum allabendlichen Plausch nebst hausgemachtem Semifreddo oder einem Aperitivo versammeln. Gegessen wird, was Fischer oder antike »Trabucchi« (Pfahlbauten) aus dem klaren Meer ziehen: Pulpo, Alici, Gamberetti, Cozze. Pur, nur in ein wenig Olivenöl und Zitrone mariniert oder mit Bruschetta oder der typischen Pastaspezialität Orechiette serviert. »Slow Food«-Anhänger finden hier zahlreiche typische und erschwingliche Lokale, u. a. die Trattoria dalla Nonna am Lido von Mattinata. Oder oben im malerischen Monte Sant'Angelo, nur wenige Schritte von der spektakulären Grottenkirche entfernt, im »Al Battistero«, wo es neben hausgemachter Pasta mit oder ohne ragù zum Nachtisch die köstlichen, mandelgefüllten Hostien gibt.
Designerläden und Luxusherbergen sind auf dem Gargano so rar wie Touristen im Wonnemonat Mai (Saisonstart: 15.05.). Eine der zurzeit schönsten Herbergen ist das La Casa e il Mare in Mattinata. Das kleine Privathotel im maurischen Stil erinnert ein wenig an Tausend und eine Nacht, hübsche Interior Details, weiße Liegen unter elegant-schwarzen Sonnenschirmen und der schwarzblau glänzende Pool fügen sich perfekt in die Umgebung, überirdische Sonnenaufgänge überm glitzernden Meer inklusive. Oder man wählt ein B&B der gehobenen Klasse: z. B. in Peschici mit dem blumigen Namen Gli Orti di Malvi. Wer gepflegt shoppen will, unternimmt einen Abstecher ins sehenswerte Manfredonia. Achtung: Montags öffnen viele Geschäfte erst um 16/17 Uhr. Kurzum: Eine Reise auf den Gargano ist meines Erachtens ein echter Geheimtipp, gerade weil es dort noch so schön ursprünglich zugeht. MH

➞ siehe auch marcopolo/travelmagazine, Sehnsuchtspunkte, Juni 2013


L I G U R I E N

Ein toller Ausgangspunkt, um die einzigartige »Cinque Terre« zu ergründen, ist Portovenere. Einfach, aber gut, wohnt man dort in der Residence I GABBIANI



P I E M O N T

Wenn ich nur daran denke, läuft mir das Wasser im Mund zusammen! Und der Weg dorthin, und das Ambiente, und, und, und …: Trattoria della Posta, Monforte d'Alba


Die Bettwäsche duftete nach Sommerwiese, die Zimmer hatten Blumennamen. Mit Chance gab's eines mit Pool- und Weitblick. Essen und Wein: Köstlich! Locanda del Sant'Ufficio, Asti


S A R D I N I E N

Zugegeben: Die Costa Smeralda ist nicht für jeden Geldbeutel erschwinglich. Aber wer es sich einmal leisten kann, sollte sich das Hotel Cala di Volpe in Porto Cervo gönnen


S I Z I L I E N

Normalsterbliche italienische Väter sparen Jahre, um in der Villa Igiea in Palermo zum Beispiel die Hochzeitsfeiern ihrer Bambini auszurichten. Mir bleibt der Duft von Zitronen unvergessen!


T O S K A N A

Es war einmal ein zauberhaft verträumtes Agriturismo. Wir holten uns morgens die Eier direkt vom Huhn aus dem Stall auf den Tisch. Heute: Luxusherberge – Villa Casanova, bei Lucca


Mittags eine Zuppa di Fagioli und dazu ein bis zwei Gläschen Brunello di Monalcino. Göttlich!
In der Fattoria dei Barbi
macht beides einfach nur glücklich!



Crete Senesi bei Siena




Auch am Meer ist die Toskana einzigartig schön. Livorno, Viareggio, Forte dei Marmi. Einfach, aber gut, nur einen klitzekleinen Steinwurf vom Strandbad entfernt: das Hotel Pineta al Mare

Denke ich an die Insel Elba, startet bei mir im Kopf sofort ein Duftkino. Zum Wahnsinnigwerden schön. Besonders im Nordwesten, abseits vom Trubel, mag ich das Hotel Gallo Nero sehr!


U M B R I E N

Insbesondere im Wonnemonat Mai bieten sich Fotografinnen und Fotografen fantastische Natur-Motive. Dann blüht im Nationalpark Monti Sibillini u. a. der »Gewöhnliche Judasbaum« (bot.: Cercis siliquastrum) – ich konnte mich an der Farbenpracht kaum sattsehen ...!


Wie plant ihr eigentlich eure Reisen – nach Sehenswürdigkeiten, oder nach möglichst sonnigen Gefilden? Kleiner Tipp: Plant doch wie ich einfach mal nach lukullischen High-lights! Anlass, mir Umbrien auf der Zunge zergehen zu lassen, gab in diesem Fall das Koch-Bilder-Lese-Buch »Maria Luisa kann nicht anders – Von Platterbsen, weißen Trüffeln und einer Messerspitze Wahnsinn«. Kulinarisch ein wahrlich wahnsinnig sinnliches Lesevergnügen!




All die Köstlichkeiten nachzubrutzeln, ist freilich nicht ganz einfach. Denn erstens sind viele der in den Rezepten aufgeführten Produkte in unseren nördlichen Breitengraden kaum erhältlich. Zweitens sind einige Gerichte in ihrer Herstellung sehr zeitaufwendig. Und drittens macht es schlichtweg viel mehr Spaß, Maria Luisa und ihr zauberhaftes Team in der Villa Roncalli in Foligno (Provinz Perugia) zu erleben. MH

Castiglione del Lago am Lago Trasimeno: Ein fantastischer Ort, um Ausflüge zu starten. Die Gastfreundschaft im B&B Antica Gabella ist einzigartig, das B&B mit ausgesprochen viel Liebe zum Detail gestaltet und auf dem neuesten Stand. Herzlichen Dank, Giovanna und Benedetta! 



An der Rezeption stehend kommt einem unwillkürlich Umberto Ecos Film »Der Name der Rose« in den Sinn. Irgendwie gruselig. Aber im Hotel La Badia
in Orvieto schläft es sich traumhaft!


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